-- 205311 --
|
|
Nostalgischer Zwischenakt
|
Es mögen nostalgische Beweggründe gewesen sein,die dann und wann abenteuerlich gesinnte Ballonfahrer dazu bewogen haben, die Idee der Brüder Montgolfier weiter zu entwickeln. Vom Fleck kamen sie dabei nicht. Als Beispiel sei hier lediglich das Experiment eines Östereicher erwähnt, der in den dreissiger Jahren eine Gasballonhülle in einen Petrol oder Rohöl beheizten Heißluftballon umbaute, mit dem auch drei Schweizer Piloten versuchsweise aufstiegen. Und der letzte dieser Waghälse hat seine Testfahrt Jahre später wie folgt geschildert::
Er habe den Ballon gefüllt und sei aufgestiegen. Das Wechseln der Flamme sei, solange der Ballon nicht in Bodennähe fuhr, kein besonderes Problem gewesen. Immerhin seien dazu zwei Personen, der Pilot und sein Gehilfe, notwendig gewesen. Im Korb habe ein Petrolfässchen vor sich hingestunken, daneben habe ein Motor eine kleine Pumpe angetrieben, die das Petrol durch die Düse im Brenner zerstäubte. Das so entstandene brennbare Gemisch heizte das Innere der Hülle auf. Geriet der Ballonins nicht vorhergesehene Sinken, brauchte man eine höhere Temperatur, also eine grössere Flamme, die ihrerseits eine andere Düse erforderte. Zum Düsenwechsel musste indessen der Motor zwecks Verminderung des Druckes abgeschaltet werden. Das bedeutete, dass kein Petrol zerstäubt wurde, die Flamme also erlosch. Was sie natürlich nicht sollte, weshalb sie der zweite Mann im Korb mittels einer an einer langen Stange befestigten Lunte übernehmen musste. (Quelle: Kurt Rünzi Abenteuer Heißluftballon Verlag Jordi AG-Das Medienhaus Belp 1. Auflage September 2001) | |